Gebrauchtschuhe

... und Zukunft

Der "Volksverein Mönchengladbach" stellt sich gemeinsam mit anderen Engagierten in den Kirchen und in der Gesellschaft der Herausforderung, Langzeitarbeitslosigkeit und deren individuelle Folgen zu bekämpfen. In einer Zeit, in der die allgemeine (Wirtschafts- und) Finanzkrise die Erwartungen und Hoffnungen der Menschen ohnehin stark begrenzt ist die Strukturkrise der Textilindustrie beginnend in den 80er Jahren immer noch in Mönchengladbach  gravierend spürbar. Die Arbeitslosigkeit liegt regional 3- 4% über dem Bundesschnitt, die Langzeitarbeitslosigkeit stagniert auf sehr hohem Niveau.

Der mit den Hartz-Gesetzen beschrittene Weg der Entsicherung von Arbeitsverhältnissen, der Flexibilisierung, von Zeitarbeit und Niedriglöhnen, hat den Charakter von Arbeit und Wirtschaften radikal verändert. Trotz scheinbar guter Bewältigung der Krise – so wird es von vielen zumindest im internationalen Vergleich betrachtet – ist gerade durch die Form der Krisenbewältigung der Faktor Arbeit, und die Situation der sie verrichtenden Menschen, immer prekärer geworden. Daneben hat sich insbesondere in der Region die Langzeitarbeitslosigkeit auf hohem Niveau stabilisiert. Der politische Wille zur Integration Benachteiligter in Gesellschaft und Arbeitswelt ist kaum vorhanden.

Angesichts dieser Situation stellt die Zukunft mindestens eine Herausforderung auf folgenden Ebenen dar:

  • Die prekäre Situation von Armut und Arbeitslosigkeit betroffener Mitbürgerinnen und Mitbürger, macht die Forderung noch drängender, das gerade die Stimme mit denen und für die erhoben werden muss, die Angesichts stagnierender Arbeitslosigkeit jetzt noch stärker an den Rand des Arbeitsmarktes und damit auch an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.
  • Der Volksverein muss experimentieren und dabei Handlungsfelder finden, die mit leistungsgeminderten Langzeitarbeitslosen erbracht werden können. Dabei besteht eine Herausforderung zwischen betriebswirtschaftlichem Handeln und der Zielsetzung, den langzeitarbeitslosen Frauen und Männern eine angemessenes Angebot angepasster Arbeit anbieten zu können. Bei der Entwicklung der Handlungsfelder bedarf es darüber hinaus des Blicks auf unsere mit  Ressourcen begrenzte Umwelt und den verantwortlichen Umgang mit dieser Umwelt.
  • Angesichts der dramatischen Kürzung der Mittel für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und Integrationsleistungen ist die Solidarität der Unterstützerinnen und Unterstützer des Volksvereins noch dringender. Der Leitsatz des Volksvereins gewinnt noch mehr an Bedeutung: teilen macht reich. 

Kein Zweifel: Der "Volksverein Mönchengladbach" wird sich auf Zukunft hin die Frage stellen, ob die von ihm 1983 formulierten Ziele und gewählten Arbeitsansätze ausreichen. Er wird überlegen, wie er selbst bzw. in Kooperation mit anderen langfristige dauerhafte Hilfen für möglichst viele von Langzeitarbeitslosigkeit betroffene Frauen und Männer schaffen kann. Dabei ist er sowohl auf ideelle, als auch materielle Hilfe angewiesen. Diese Hilfe wird wichtig bleiben, denn alle Zukunftsszenarien weisen darauf hin, dass Langzeitarbeitslosigkeit auch in Zeiten demographischen Wandels das zentrale gesellschaftliche Problem bleiben wird.

Die Arbeit des Volksvereins und Ihre Unterstützung derselben sind so ein Beitrag beim Kampf gegen die Spaltung unserer Gesellschaft und für ihre menschenfreundlichere Entwicklung.

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