Liebe Freundinnen und Freunde des Volksvereins Mönchengladbach,

eine Woche nach Frühlingsanfang senden wir Ihnen den aktuellen Newsletter mit einer Fülle an Informationen zu. 

Aus aktuellem Anlass ist  "Eddis" österliches  Grußwort aus der VolksvereinsZeitung ein wenig nach hinten gerutscht. 

 

Heute präsentiert der Volksverein gegenüber der Öffentlichkeit den Webshop AVIAMI mit Produkten aus der Holzwerkstatt. Wir verstehen dies als eine Antwort, angesichts der drastischen Kürzungen der Mittel bei den Jobcentern, um langzeitarbeitslosen Frauen und Männern weiter ein sinnvolles Arbeits und Bildungsangebot zu unterbreiten. Lesen Sie mehr und vor allem: Sie können uns durch den Kauf von Produkten unterstützen und / oder durch Verlinkung mit anderen Webseiten unsere neuen Produkte bekannter machen. Dies ist uns eine große Hilfe. Melden Sie sich doch wenn Sie Ideen und Anregungen hierzu haben: h-j.kronen(at)volksverein.de

Lesen Sie dann von einigen Aktionen, Entwicklungen und Ideen, die die Arbeit des Volksvereins in den letzten Wochen begleitet haben oder in Kürze stattfinden werden. 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre. 

Ihnen und Ihren Angehörigen wünschen wir  gesegnete Ostertage 

 

Ihr "Volksverein Mönchengladbach" und Stiftung Volksverein Mönchengladbach 

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- Brandaktuell - Brandaktuell - Brandaktuell - Brandaktuell - Brandaktuell - 

 

 

 

Eier müssen noch gelegt werden 

Volksverein startet Webshop 

 

Ob Nistkästen oder Nisthilfen - es braucht nicht viel den Lebensraum gefährdeter Vogelarten oder anderer Luftbewohner zu sichern. Nur ein artgerechtes Zuhause. Diesen Vorsatz hat sich der "Volksverein Mönchengladbach" auf die Fahne geschrieben; mit seiner neuen Produktlinie Aviami - Ein Zuhause für die Natur, die pünktlich zu Frühlingsbeginn an den Start geht.

 

Bereits seit Anfang dieses Jahres stellt die hauseigene Holzwerkstatt des Volksvereins Nisthilfen für Kohlmeisen, Blaumeisen, Star, Mauersegler und Fledermäuse her. "Als Material verwenden wir zertifiziertes Fichtenholz aus heimischer und nachhaltig bewirtschafteter Forstwirtschaft", so Jürgen Morjan, Leiter der Holzwerkstatt. "Für Rauch - und Mehlschwalben werden die Nisthilfen teilweise aus dem ökologischen Material "Holzbeton" produziert", ergänzt Morjan. 

 

Auch für Bienenliebhaber gibt es etwas im Programm. Bei der "Bienenbeute" handelt es sich nicht um den klassischen "Bienenstock". Sie fördert vorrangig den Erhalt der Artenvielfalt der summenden Wiesenbewohner. Der Honiggewinn steht dabei erst an zweiter Stelle. 

 

Aviami zielt so auf gelebte Nachhaltigkeit für die Umwelt, damit für den Menschen, die Gesellschaft und die Zukunft. Diesen Grundsatz vertritt der Volksverein in seiner Arbeit schon viele Jahre aus Überzeugung: beispielsweise bei der Wiederverwertung von Gebrauchtwaren jeglicher Art, bei der Herstellung des mehrfach ausgezeichneten Rapsöls und der Holzprodukte.

 

Mit dem Erwerb und dem Einsatz der Nisthilfen oder der Bienenbeute unterstützen Käuferinnen und Käufer nicht nur die Artenvielfalt der pflanzlichen Mitwelt, sondern auch langzeitarbeitslose Jugendliche, Frauen und Männer, die diese Produkte herstellen. Auf den Punkt gebracht: Jeder Kauf ist ein wesentlicher Beitrag zu gelebter, gesellschaftlicher Nachhaltigkeit. Die Nisthilfen können ab sofort in der Betriebsstätte des Volksvereins an der Geistenbecker Straße 107 erworben werden. Die Bienenbeute gibt es auf Bestellung. 

 

Mit dem systematischen Ausbau dieser Produktpalette startet der Volksverein unter eigenem Namen ab 27. März 2012 einen weiteren Vertriebsweg, einen Online-Shop. Unter www.aviami.de oder www.aviami.eu sind die Produkte dann auch über das Internet beziehbar. Bei eigener Abholung in der Betriebsstätte auf der Geistenbecker Straße gelten günstigere Preise. 

 

Übrigens: Gesucht werden Interessierte, die diese Produktlinie und deren Weiterentwicklung mit Ideen und ehrenamtlichem Engagement unterstützen. Geschäftsführer Hermann-Josef Kronen steht bei Interesse telefonisch unter 02161-8189317 oder per E-Mail h-j.kronen(at)volksverein.de zur Verfügung.

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Auferstehung 2012 

 

Einer der Höhepunkte des Jahres für Langzeitarbeitslose im Volksverein ist die Skifreizeit in Steinhaus in Südtirol. Schon mehr als 20 Jahre lernen Arbeitslose unter den qualifizierten Skilehrern Wilfried Reiners, Sr. Bettina Rupp und Hans-Werner Quasten Ski fahren! Im Februar war ich wieder mit dabei: im Schnee: in der fremden Welt der "Reichen". Für Leute, die ganz "unten" sind, ein tolles Erlebnis! Bei euch wird man als Mensch geachtet und respektiert, sagen unsere arbeitslosen Kolleginnen und Kollegen. Davon leben sie - und wir!

 

Einer von unseren Freunden, (er heißt auch Wilfried), hat es nicht geschafft: er konnte nicht mehr leben! Es kommt zu oft vor, dass arbeitslose Menschen sich das Leben nehmen. Wilfried ist ja nicht der einzige unserer Freunde, die ihr Leben so beendet haben.

Kannst du dir vorstellen, wie das ist - sagte eine Arbeitslose zu mir: du wirst morgens wach und hast nichts vor dir: keine Aufgabe? Du wirst nicht gebraucht! Arbeitslosigkeit macht krank, nicht selten auch süchtig (natürlich gilt auch die Umkehrung): oft geht die Familie oder die Beziehung durch Langzeitarbeitslosigkeit kaputt: Arbeitslose sind oft allein. Dann sieht die Wohnung bald so aus, dass man niemanden hereinlassen kann. Schließlich werden Arbeitslose stumm, können sich oft auch nicht mehr ernähren. 

 

Das alles hat mit Sterben und Tod zu tun, eben mit Passion. Arbeitslose durchleben eine Passion, eine Leidensgeschichte ähnlich der, an die sich Christinnen und Christen in der Erinnerung an den guten Menschen aus Nazareth zu Ostern erinnern. Den hat Gott Ostern aus dem Tod gerettet! - Im Volksverein ist oft "Ostern": wenn jemand wieder zu sprechen, zu lachen beginnt…

 

Zum 1. April tritt das neue "Gesetz zur Reform der arbeitsmarktpolitischen Instrumente" in Kraft. In Zukunft wird nichts mehr in Arbeitslose investiert: keine Qualifizierung, keine Bildung. Die 1-Euro-Jobs werden dramatisch reduziert. Vorbereitung auf den ersten Arbeitsmarkt ist nicht mehr gewollt. Langzeitarbeitslose gehören dann zum "letzten Dreck". Sie werden zum Müll der Gesellschaft geworfen, an den Rand gedrängt. Das bedeutet Passion, Leidensgeschichte für viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und sie wird leider häufig fortgesetzt in einer Behandlung der Arbeitslosen durch die Ämter, durch die ihre Würde sehr verletzt wird! Keine Auferstehung mehr möglich?   

 

"Der Rand ist die Mitte" (Klaus Hemmerle)! Unser Bündnis für Menschenwürde und Arbeit hat eine Demo gegen Sozialabbau gemacht. Das sollte in jeder Stadt und Gemeinde jeden Monat geschehen. Die Arbeitslosen brauchen eine Lobby! Die politische Arbeit des Volksvereins in Zusammenarbeit mit vielen anderen Initiativen gegen Arbeitslosigkeit muss "robuster" werden. Wir müssen auf die Straße: "Auf die Dauer hilft (leider!) nur Power"! Sonst müssen die Arbeitslosen zu lange auf Auferstehung warten!

 

Inzwischen lassen wir uns nicht entmutigen: wir arbeiten im Volksverein weiter konkret daran, möglichst vielen arbeitslosen Menschen, auch Jugendlichen und älteren Kolleginnen und Kollegen, neue Lebenschancen zu öffnen: Im Volksverein werden wir jetzt mehr Arbeitslose im selbst finanzierten 14-Stunden-Programm auf den Arbeitsmarkt vorbereiten. Und wir vermehren die Arbeitsgebiete: Ausbildung, Kleidershops, Schulkioske. Und Sie, die Freundinnen und Freunde des Volksvereins, helfen den Arbeitslosen, dass auch in ihrem Leben wie in dem des Jesus aus Nazareth der Tod nicht das letzte Wort hat!

 

Seit 6 Jahren gibt es den TaK (Treff am Kapellchen) für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Volksvereins, für alle Ehemaligen und für alle Freundinnen und Freunde der Arbeitslosen und Armen: in den Armen begegnen wir Gott (Leonardo Boff)! Wunderbare Menschen kann man da kennenlernen; Menschen, die im eigenen Leben Auferstehung erleben, die Theater spielen und kreativ sind.

"Jeder Mensch ist ein Künstler" (Josef Beuys). Kommen Sie uns besuchen! Es ist gemütlich im TaK: warm! Wiedergegebene Würde macht Menschen neu, lässt sie auferstehen!

 

Frohe Ostern aus dem Volksverein 

von Eddi Erlemann

 

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Jobwunder? Nur die halbe Wahrheit!

von Thomas Hohenschue

 

Fachleute diskutierten in Aachen bei einer Tagung, die der Koordinationskreis kirchlicher Arbeitsloseninitiativen gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern veranstaltete, dramatische Wirkungen des Umbaus von Arbeitsmarkt und Sozialstaat. Deutschlands Arbeitsmarkt scheint auf dem ersten Blick unbeschadet durch die Stahlgewitter der Wirtschafts- und Finanzkrise zu gehen.

Doch wer genauer hinschaut, entdeckt einen dramatischen Abbau regulärer, tariflich entlohnter, sozial abgesicherter Arbeit. Und sieht, dass eine Million Langzeitarbeitslose völlig abgehängt werden, keine Chance auf ordentliche Jobs mehr haben.

 

Die komplette Berichterstattung können Sie hier nachlesen. 

In Kürze erscheint übrigens eine Dokumentation der Tagung. Interessenten wird diese auf Anfrage gerne zugesandt: wolfgang.cohnen(at)bistum-aachen.de

 

 

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Neue Gesellschafter des Volksvereins

 

Unser Volksverein ist eine gemeinnützige Gesellschaft gegen Arbeitslosigkeit (gGmbH). "Eigentümer" einer GmbH sind die Gesellschafter. Bisher waren Anka Franken und Edmund Erlemann sowie der Verein "Wohlfahrt" e.V. die Gesellschafter. Im Gründungsjahr 1983 hatten sich Anka Franken mit einem Anteil von DM 20.000,-- und Eddi Erlemann mit einem Anteil von DM 10.000,-- entschlossen, der Gesellschaft beizutreten und dadurch deren Gründung zu ermöglichen.

Der Verein "Wohlfahrt" zahlte DM 20.000,-- ein. So kamen die für die Gründung einer gGmbH notwendigen DM 50.000,-- zustande. Der Verein "Wohlfahrt" ließ sich damals leiten vom Andenken an den nach menschlichem Ermessen viel zu früh, am 20.Oktober 1989, heimgegangenen Goldschmiedemeister Alfred Krings mit seinem ganz starken sozialen Engagement, dessen Frau Margret bis heute im Verein aktiv tätig ist. Zu den Motiven von Anka Franken gehörte auch das Andenken an ihren Mann Johannes, der Lehrer am Gymnasium in Neuwerk war und ein hervorragender Vertreter des pastoralen Schwerpunktes "Kirche und Arbeiterschaft" in Region und Bistum. Johannes war bis zu seinem plötzlichen Tod am 7. Dezember 1981 Vorsitzender des Katholikenausschusses (heute Katholikenrat) der Region. Den Katholikentag 1974 hat er maßgeblich mit gestaltet.

 

Jetzt haben Anka Franken und Eddi Erlemann ihre Gesellschaftsanteile an die Stiftung Volksverein übergeben. Wir sind beide in die Jahre gekommen und wollen Platz machen für die Zukunft unseres Volksvereins. Wir bleiben dem Volksverein eng verbunden, sind aber nicht mehr - gemeinsam  mit dem Verein "Wohlfahrt" - "Eigentümer" des Volksvereins. Jeder Abschied tut weh und macht wehmütig. Aber wir wissen unsere Gesellschaftsanteile in den besten Händen!

Darüber sind wir sehr froh! Ad multos annos, lieber Volksverein!

Eddi Erlemann, Gesellschafter a.D.

 

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Schwierige Wohnungssuche

 

Seit Dezember letzten Jahres gibt es beim Volksverein 6 Plätze in einer Maßnahme "Betreutes Wohnen". Die betreuten Personen müssen dabei nicht beim Volksverein arbeiten. Schwerpunkte der Betreuung sind Wohnungslosigkeit, drohende Wohnungslosigkeit, ungesicherte wirtschaftliche Lebensgrundlage (Arbeitslosigkeit /Verschuldung), Schwierigkeiten aufgrund gewaltgeprägter Lebensumstände, Schwierigkeiten aufgrund von Erkrankung oder Haftzeiten. Ziel der Betreuung ist es, mittels Begleitung die Problemfelder "anzupacken". 

Die Wohnungssuche ist dabei ein sehr schwierig. Die Menschen suchen unter großen Schwierigkeiten nach einer "angemessenen" Wohnung. Angemessen bedeutet entsprechend den Vorgaben des Jobcenters für eine Person 45 qm und max. 5,11 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter. Die Wohnung darf also nicht mehr als 230,- Euro kosten. Kostet sie zum Beispiel 240,- Euro, stimmt das Jobcenter der Anmietung nicht zu und übernimmt auch nicht die Kaution. Die Ergebnisse der letzten Monate sind schlimm. So gab es Wochenenden, an denen keine einzige angemessene Wohnung in den Zeitungen angeboten wurde. Maklerkosten werden vom Jobcenter nicht übernommen.

Selbst wenn der Volksverein durch seine Begleitung und Betreuung dem Vermieter als Ansprechpartner bei Problemen zur Verfügung steht, erfahren die Betroffenen als Hartz IV Empfänger oft Ablehnung. Der Sozialdienst des Volksvereins ist daher für jedes Wohnungsangebot dankbar!

Mail:  u.tabara(at)volksverein.de  - Ulrike Tabara

 

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100 Jahre Aufbruch 

 

Am 26. März 1912 begann das Engagement der Steyler Missionsschwestern in Deutschland in Haan, Nähe Düsseldorf. Mehr als 50 Niederlassungen entstehen in Deutschland. 1879 von Arnold Janssen gegründet, ist der Orden heute weltweit in über 40 Ländern vertreten. Dieser Aufbruch wird gefeiert: in den verschiedenen Niederlassungen Deutschlands, in der Schweiz und der Niederlande. Seit über 10 Jahren sind die Steyler Schwestern auch im Volksverein tätig, haben den TaK mitgegründet und gestalten das Angebot vor Ort. Auch in Mönchengladbach feiern die Schwestern das große Jubiläum mit einem Sommerfest am 23. Juni im TaK unter dem Titel "Spuren legen" in Anlehnung an das Leitmotiv der Steyler Schwestern "Von Christus ergriffen, dem Leben verpflichtet, sind wir solidarisch unterwegs für eine gerechte Welt" (Generalkapitel 2008).

Weitere Informationen über die Feste und vor allem auch über 100 Jahre Aufbruch findet man auf der Homepage der Steyler Missionsschwestern:  www.steyler-missionsschwestern.de

Sr. Bettina Rupp

 

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Kirche gründlich anders 

 

"Wenn nicht hier, wo sonst? - Kirche gründlich anders" ist der Titel des Buches, das der Theologe Peter Otten gemeinsam mit dem bekannten Priester und Sozialwissenschaftler Franz Meurer, Pfarrer in Köln-Vingst, einem sozialen Brennpunkt, geschrieben hat. Im Rahmen der "Kulturzeit im TaK" las Peter Otten daraus und gab damit einen Einblick in kirchliches Leben im Viertel.

Sr. Bettina kommentierte die spannende Veranstaltung "Die Lesung und anschließende Diskussion machte deutlich - es geht auch gründlich anders. Und nicht selten hat das Vorgetragene uns an unseren TaK und unseren Volksverein erinnert: Wer eine Idee hat, was einbringen will, jede und jeder ist herzlich willkommen!" Sie lädt alle im weitesten Sinne Kulturinteressierte zum neuen Angebot „Kulturzeit im TaK“ ein, das einmal im Monat Dienstagabend stattfindet.

Am Dienstag, 17. April gibt es um 19.00 Uhr eine Buchlesung mit Albert Damblon "Balderich und seine Kirche - Mönchengladbachs Mutterkirche und ihre Geschichte".

 

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Gute Leute auf der Ersatzbank 

 

Dass beim ersten Treffen der Vorbereitungsgruppe für den Neujahrsempfang der Arbeitslosen jemand meinte, der Termin am 20. Januar sei schlecht, weil die Borussia schließlich gegen Bayern München spiele, war die Geburtsstunde des Mottos: "Bis zum Anpfiff".

 

Die Gruppe fand viele Übereinstimmungen zwischen einem Fußballspiel und der Situation Langzeitarbeitsloser. Die Spieler auf der Ersatzbank warten auf ihren Einsatz, genauso wie Arbeitslose auf ihre Chance warten. Sie trainieren und trainieren, sie laufen sich warm und wollen Leistung zeigen. Nur dass die "Bank mit Arbeitslosen" viel voller ist als die Ersatzbank im Fußball und die Chance auf Einwechslung viel schlechter steht.

 

Eindrucksvoll setzte Helmut Wenderot, Schauspieler aus Krefeld, dem Programm einen Schlusspunkt. In der Rolle eines Ersatzspielers erklärte er die Regeln und wie sie sich verändern. Unter www.volksverein.de/index.php?id=112  oder http://www.youtube.com/watch?v=bXFjN3Jbr-0) kann man diesen Auftritt verfolgen.

 

Bei Brot, Käse und Obst fanden die Besucherinnen und Besucher schnell ins Gespräch. Die Lage in Mönchengladbach ist ernst - Immerhin, die Borussia festigte im Spiel gegen die Bayern an diesem Abend die Position im Spitzenquartett der Bundesliga.

Die komplette Berichterstattung finden Sie hier: http://www.volksverein.de/index.php?id=28 

Matthias Merbecks

 

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Wie Lücken zu Erfolgen werden 

 

"Erfolgserlebnisse für unter 25 jährige" ist ein Projektreihe des Volksvereins-Sozialdienstes. Junge Leute sollen sich einer Herausforderung stellen, ihr eigenes Potential erfahren und Selbstwertgefühl tanken. Für derlei Unternehmungen zuständig im Volksverein ist Steffi Neumann. Sie berichtet für die VolksvereinsZeitung vom jüngsten Projekt, das unter dem Motto "Lifestyle" stand. 

 

Zum Auftakt des Projekts haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus einer Arbeitsgelegenheit für Menschen unter 25 Jahren überlegt, was zu ihrem eigenen Lifestyle gehört, und dazu Plakate gestaltet. Den Mittelpunkt stellte ein Schattenriss des Gesichts dar. Die so entstandenen Symbole  für die unterschiedlichsten Lifestyle wurden in der nächsten Einheit auf drei Ölfässer gesprayt, aus denen zwei sehr bunte Tische entstanden sind. Doch zuvor dienten die Fässer als Trommeln. Gemeinsam mit unserem Referenten Roberto Rio Da Silva entwickelte die Gruppe eine Trommelstück und eine ganz eigene, mit Rap-Elementen durchsetzte Version des Klassikers "Kumbaya my Lord". 

 

Besonders aufregend war der Auftritt auf der betrieblichen Weihnachtsfeier des Volksvereins vor gut 100 Zuschauern. Hatte Roberto bei den Proben die Teilnehmer immer wieder mit seiner Lebensfreude, Power und dem im Blut liegenden "Raggabeat" herausgefordert und zu Höchstleistungen angetrieben, war es nun etwas anderes, dieses auch zu präsentieren. Das Lampenfieber der Gruppe war groß und die Nerven zum Zerreißen gespannt. Doch auch diese Hürde nahmen alle mit Bravour und der Stolz, es geschafft zu haben, wurde auf der Weihnachtsfeier gebührend gefeiert.

 

Den nächsten öffentlichen Auftritt gab es dann bei der Übergabe der entstandenen Ölfässertische an den Treff am Kapellchen (TaK) übergeben, wo sie nun die Räumlichkeiten schmücken. Bei diesem Fest sorgte die Gruppe auch für die Bewirtung mit Fingerfood. Während der Proben zu diesem Auftritt schockte der Ausfall von zwei Solosängern die Gruppe. Doch die Lücke konnte kurzfristig geschlossen werden: eine junge, bis dahin sehr zurückhaltende Teilnehmerin übernahm den Part zur Begeisterung des Publikums mit viel Power. So wurde das Projekt zum persönlichen Erfolgserlebnis dieser jungen Frau und der anderen Teilnehmer.

 

Krönender Abschluss des Projekts war der letzte Auftritt auf dem Neujahrsempfang des Volksvereins, der mit Artikeln in der örtlichen Presse honoriert wurde. 

 

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Schattenseite des "Beschäftigungswunders":

Die Prekarisierung der Erwerbsarbeit

von Dr. Robert Manstetten

 

In Großbritannien hat Margaret Thatcher in den 1980er-Jahren eine ganze Epoche geprägt. "Thatcherismus" nennt man bis heute ihre Politik, den Marktliberalismus. Er hinterließ am Ende eine veraltete Infrastruktur, einen geschundenen Wohlfahrtsstaat, der wenige Menschen reich machte und viele arm und wütend zurückließ. Der neoliberale angelsächsische Zeitgeist wehte - in der Ära Tony Blair tief verinnerlicht - hinüber in die damalige rot-grüne Regierungskoalition der Bundesrepublik Deutschland.

Mit vier Gesetzen "für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" sollte eine breit angelegte Deregulierung auf den Weg gebracht werden. Insbesondere die Beschäftigungsformen von Mini- und Midi-Jobs sowie der Leiharbeit wurden ausgeweitet und "entbürokratisiert". Gleichzeitig wurden Transferleistungen der Sozial- und Arbeitslosenhilfe zusammengelegt und gekürzt - dies alles kraftvoll unterstützt von den heutigen Regierungsparteien.

 

Nach Einschätzung des Politikwissenschaftlers Christoph Butterwegge bedeutete das Gesetzespaket den gravierendsten Eingriff in das deutsche System der sozialen Sicherheit seit 50 Jahren: "Die rot-grüne Arbeitsmarktreform führte zu einer Rutsche in die Armut". Der an Stammtischen kursierende Eindruck, dass die Betroffenen ihre prekäre Lage letztlich selbst verschuldeten, weil sie faul seien und zu wenig Eigeninitiative entwickelten, um nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes gleich wieder eine neue Stelle zu finden, wurde durch die Hartz-IV-Gesetzgebung bekräftigt.

Indes belegen Arbeitsmarktstudien, dass Menschen weit überwiegend arbeiten wollen, daran aber gehindert werden, weil die Zahl der verfügbaren Arbeitsplätze - bundesweit derzeit gut eine Mio. - quantitativ, aber auch wegen ihrer regional unterschiedlichen Verteilung, schlichtweg nicht ausreicht, um über fünf Mio. Arbeitsuchende mit Stellen zu versorgen. Wie sonst erklärt es sich, dass die Arbeitslosigkeit in Eichstätt bei 1,7 Prozent liegt, in Gelsenkirchen aber mit 14,6 Prozent um ein Vielfaches höher ist.

 

Menschen brauchen faire Arbeit! Und mit dieser Forderung begegnet man einem weiteren, noch gravierenderen Problem, der qualitativen Struktur des Stellenangebots: Der Anteil der "atypisch"Beschäftigten ist in den letzten zehn Jahren um über 50 Prozent gestiegen, bei den Jugendlichen (15-bis 24- Jährige) sogar um über 100 Prozent. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich die Zahl der Teilzeitbeschäftigten um 117 Prozent, während sich die Vollzeitbeschäftigung um fast 20 Prozent zurückbildete.

 

Die Frage stabiler Arbeitsverhältnisse sei eine der zentralen Zukunftsfragen, weit über Deutschland hinaus, wie IG-Metall-Chef Berthold Huber kürzlich betonte. Sie werde auch deshalb so schwierig zu lösen sein, weil die Modelle im Arbeitgeberlager auf immer kleinere Stammbelegschaften hinausliefen. Und wenn man darüber hinaus weiß, dass es unter den derzeit mehr als drei Mio. registrierten Arbeitslosen eine Mio. schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose gibt und gleichzeitig die Fördermittel für die berufliche Weiterbildung durch die sog. Instrumentenreform drastisch zusammengestrichen wurden, dann wird von der Politik ein Arbeitsmarktszenarium zum Beschäftigungswunder verklärt, das eher den Ruf nach einem öffentlich geförderten Arbeitsmarkt für schwer vermittelbare Arbeitslose rechtfertigt. Nicht der Sozialstaat ist zu teuer, sondern die Arbeitslosigkeit!

 

Für diese Erkenntnis bedürfte es des Perspektivwechsels hin zu einer Arbeitsmarktpolitik, die sich bislang eher als faktenresistent, denn als verständig für die Situation von Menschen am Rande der Gesellschaft erweist. Die Zeichen sind unübersehbar: Eine neue Ordnung der Arbeit ist überfällig. Dazu ist ein Bündel von Maßnahmen erforderlich: Insbesondere ein allgemeiner Mindestlohn, die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, die Einschränkung von Minijobs und Werkverträgen - als jüngstes Modell der Lohndrückerei - sowie ein wirksames Kontrollsystem.

 

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Nachrichten

 

Bitte vormerken: Jugendblasorchester spielt für den Volksverein 

Am Sonntag, 17. Juni spielt das Jugendblasorchester der Musikschule der Stadt Mönchengladbach mit etwa 60 jungen Musikerinnen und Musikern um 11.00 Uhr eine Benefizmatinee für den Volksverein auf dem Betriebsgelände in Geistenbeck. Das JBO präsentiert nicht nur sinfonische Blasmusik, sondern auch moderne Blasmusikarrangements aus Film, Musical, Big-Band und der aktuellen Hitparade. 

Für das leibliche Wohl sorgen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Volksvereins. Der Eintritt zur Matinee ist frei. Um Spenden für die Arbeit des Volksvereins wird gebeten. 

 

Gesucht: Der Volksverein sucht Personen, die im Bereich Öffentlichkeitsarbeit, beim Kontakt mit Schulen, für die Internetbetreuung (Homepage, Facebook, Twitter), bei Arbeiten für das Pressearchiv, bei unserem neuen Webshop (dort insbesondere Fachkundige in Sachen Vogel- und  Bienenschutz) oder in jeweils abzustimmenden Arbeitsfeldern sporadisch oder regelmäßig ehrenamtlich mitarbeiten können und wollen. Interessierte melden sich bitte bei Hermann-Josef Kronen unter
h-j.kronen(at)volksverein.de oder unter 02161-818930

 

Kurz vor Weihnachten 2011 hat der Volksverein einen Aufruf von Mönchengladbacher Bürgern erhalten mit dem Wunsch, eine Missionsstation in Tansania mit Möbeln und Kleidung zu unterstützen. Aus der Betriebsstätte in Geistenbeck wurden ein Gasherd, Geschirr, Büromöbel, Stehlampen und Kinderkleidung zur Verfügung gestellt, die in einem Sammeltransport per Seecontainer nach Tansania verschifft wurden.

 

https://twitter.com/#!/Volksverein_MG ist die Adresse, mit der Volksverein ab und an auch über Twitter Nachrichten in die Welt sendet. Ausgelöst wurde diese Aktivität durch den Praktikanten Frank Meyer, der beim Technologiezentrum Glehn eine berufsintegrierende, Medien-orientierte Fortbildung gemacht hat. Er unterstützt jetzt ehrenamtlich die Nutzung dieses Mediums. Erster Effekt ist ein weiteres Angebot für ehrenamtliches Engagement. 

 

Die finanziellen Kürzungen durch die Instrumentenrefom in der Arbeitsmarktpolitik haben dazu geführt, dass für die Jahre 2012 und 2013 kein ausgeglichener Wirtschaftsplan für den Volksverein vorgelegt werden kann. Damit zunächst einmal der Verlust von Arbeitsplätzen vermieden werden kann, haben die hauptberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich dafür entschieden, in den Jahren 2012 und 2013 auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld zu verzichten. Dieser Gehaltsverzicht liegt insgesamt bei einer Größenordnung von € 45000,-- für das Jahr 2012 und ist ein Beitrag der Mitarbeiter zur Konsolidierung des Volksvereins.

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